Tages-Report 9.8.2019

16. August 2019

Guten Morgen!

Klimareport und Fleischsteuer
Soll Fleisch stärker besteuert werden, um Konsumenten daran zu hindern, Fleisch zu essen? Diese Debatte hat in Deutschland schon vor dem gestrigen Bericht des Weltklimarats begonnen. Wer schon einmal eine industrielle Fleischproduktion von innen gesehen hat, etwa eine Kälberhalle, die mit dem Stall der Oma gar nichts mehr zu tun hat, wird für jede Maßnahme sein, die eine anständige Aufzucht von Tieren begünstigt. Der UNO Sonderbericht des Weltklimarats wird die Diskussion sehr schnell verschärfen. Hier kommen der Schutz der Erde und die Rettung des Klimas zusammen. Die Produktion von einem Kilo Fleisch setzt 13 Kilo Treibhausgase frei. Seit den 1960er Jahren hat sich der weltweite Fleischkonsum pro Kopf mehr als verdoppelt. Die Landwirtschaft ist für 70 Prozent des Wasserverbrauchs verantwortlich. Ausgewogene Ernährung mit lokalem Obst und Gemüse ist also nicht nur gesund, sondern schützt auch unsere Umwelt. Die Erderwärmung geht ungebremst weiter, warnt der Weltklimarat, und nur gemeinsame weltweite Maßnahmen werden unseren Planeten retten. Jean Ferry-Pisani von der Hertie School of Governance in Berlin verweist in einem Gastkommentar im Berliner Tagesspiegel darauf, dass die Klimaschutzpläne der neuen EU Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Arbeitsplätze in Europa kosten werden. Ferry-Pisani verweist darauf, dass die EU nur zu rund 10 Prozent für den Ausstoß von Treibhausgasen verantwortlich sei. Und der Autor wörtlich: „Was immer auch Europa tut, es wird den Planeten nicht retten.“ Allerdings sieht der Professor auch Positives: Europa kann eine Beispielfunktion einnehmen, und mehr noch, Vorreiter bei innovativen Technologien werden. Solarzellen werden schneller billiger als gedacht, aber Europa hat es verabsäumt, bei Klimaschutzbemühungen die industrielle Führung zu übernehmen. Solarzellen werden fast nur mehr in China gebaut. Von der Leyen will eine Grenzsteuer auf CO2 intensive Produkte, um deren Verlagerung in Länder außerhalb der EU zu verhindern. Ferry-Pisani erwartet dadurch einen Konflikt zwischen Freihandel und Klimaschutz. Wir brauchen beides, das ist kein Widerspruch.

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